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Die letzte Reise


Unsere Haustiere werden – dank medizinischem Fortschritt und meist guten Haltungsbedingungen immer älter. Lag die durchschnittlich erwartete Lebensdauer bei Katzen früher bei ca.15 Jahren, so sind mittlerweile Katzen mit über 20 Jahren keine Seltenheit mehr. Die längere Lebensdauer hat aber auch ihre Schattenseiten: wie beim Menschen häufen sich auch bei unseren Miezen altersbedingte Erkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion oder Nierenschwäche. Rechtzeitig erkannt, können Katzen mit Medikamenten noch einige gute Jahre haben. Schwieriger wird es bei Arthrose der Gelenke oder auch Demenz, in diesen Fällen können wir mit der Gabe von Nahrungsergänzungen und Modifikation der Lebensumgebung es der Katze so angenehm wie möglich machen.

Nichts desto trotz: irgendwann kommt er, dieser Tag wo wir uns fragen „Leidet meine Katze“? oder „Hat sie große Schmerzen ?“, „Ist es Zeit Sie zu erlösen?“ Da meine Süße jetzt auch schon 16 Jahre alt ist und mit den ersten Alterswehwehchen zu kämpfen hat, habe ich mich mit diesem Tabu-Thema etwas näher beschäftigt.

Option 1: Einschläfern lassen beim Tierarzt Das Tier bekommt zuerst eine Spritze damit es schläft und dann eine weitere Spritze. Jetzt haben aber die meisten unserer Fellpopos sowieso schon Stress, wenn sie in die Box gepackt und irgendwo hingefahren werden. Um ihr auf ihrem letzten Weg diesen Stress zu ersparen lohnt es sich den Haustierarzt zu fragen, ob er in solchen Fällen Hausbesuche anbietet. Dann kann Dein Liebling in seiner gewohnten Umgebung einschlafen. Sollte das nicht gehen und das Tier muss in der Tierarztpraxis erlöst werden, habe ich nur eine Bitte an Dich: bleib dabei, bleib bei Deinem Tier, lass es nicht alleine in diesen letzten Minuten. Streichle es und rede leise mit ihm, Du bist es ihm schuldig. Es hat Dich bedingungslos sein ganzes Leben geliebt, jetzt bist Du dran! 

Option 2: natürliche Sterbebegleitung Wahrscheinlich für den Ottonormalkatzenhalter (berufstätig) alleine kaum machbar, aber wer die Zeit und die Möglichkeit hat kann mit der fachkundigen Unterstützung eines Tierheilpraktikers oder einer Tierheilpraktikerin sein Tier auf natürliche Weise gehen lassen. Palliativpflege ist in der Humanmedizin gang und gäbe, warum also nicht auch beim Tier? Darauf muss man sich aber mental zuerst einlassen, jemand Geliebtes Sterben zu sehen geht an die Substanz. Zumal das Sterben in Wellen passiert und niemand weiß, wie lange es in diesem speziellen Fall dauert.

Vanessa Reif leitete jahrelang ein Hospiz für Katzen und hat schon viele auf ihrer letzten Reise begleitet. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass Katzen lieber noch etwas Zeit bei ihrem Menschen verbringen – auch mit Schmerzen - als zu früh zu gehen. Auf ihrer Webseite Tierliebe und Trauer und ihrem „Wolkenfrei-Podcast“ teilt sie ihre Erlebnisse.

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